Das Angebot gilt nur für Personen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthaltsort in Schleswig-Holstein.
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Länder auf der Suche nach einheitlicher Lizenzvergabe
02.12.2019

Die Neugestaltung des Glücksspielstaatsvertrags, der ab 2020 für die Lizenzvergabe die Grundlage bietet, beruht zu einem nicht unwesentlichen Teil auf der Eindämmung des Schwarzmarktes. Ganze 37,3% der Deutschen beteiligten sich 2015 in einer Form des Glücksspiels. 2017 wurden, nach Angaben der Aufsichtsbehörde der Länder, circa 14 Milliarden Euro eingenommen. Allerdings wurden mehr als 3 Milliarden Euro auf dem nicht regulierten Markt erwirtschaftet. Tendenz steigend.

Insbesondere Online Casinos und private Sport- und Pferdewettenanbieter profitieren von dieser Entwicklung des Marktes. Dabei ist einzig das staatliche Angebot, darunter Toto und Lotto, legal. Eines ist deutlich: die derzeitige Regulierung funktioniert nicht und eine Neuerung muss her. Der dritte Glücksspielstaatsvertrag sieht somit ein Vergabemodell von Lizenzen vor, das von den Anbietern finanzielle, personelle und rechtliche Voraussetzungen fordert. Durch eine Legalisierung von Glücksspiel-Anbietern würde der Schwarzmarkt schrumpfen, Steuereinnahmen wachsen und der Markt unter staatliche Kontrolle gebracht.

Das Problem: die Länder stehen der Öffnung des Marktes mit gemischten Gefühle entgegen. Schleswig-Holstein hat sich bereits seit Jahren größtenteils für das Glücksspiel geöffnet, Baden Württemberg hingegen ist bis heute strikt dagegen. Für solche Fälle wie in Baden-Württemberg möchte das für die Lizenzvergabe verantwortliche Regierungspräsidium die Bewerber zu der Zusage bringen, keine Online Casinos auf dem Markt zu positionieren. Allgemein werden Online Casinos seitens der Landesregierung kritisch gesehen, dennoch wisse man, dass ein bundesweiter Konsens nur durch die Öffnung von Online Casinos unter engen Anforderungen erreicht werden kann.

Die EU-Kommission ist zudem nur bedingt überzeugt von dem Effekt, dass eine Legalisierung den Schwarzmarkt zurückdrängen könnte. Nur eine lückenlose Kontrolle der Anbieter würde dafür sorgen, dass diese sich an die Regeln und Vorgaben halten würden. Ansonsten würden die Anbieter aufgrund der Beschränkung des Angebots und schwindender Gewinne anderweitig handeln.
Ein weiterer Faktor, der von der EU-Kommission bemängelt wird, sind die nur wenig attraktiven Regeln für private Anbieter. So wurde beispielsweise die Dauer der Lizenz von 7 Jahren auf 18 Monate mit einer Option auf weitere 3 Jahre reduziert. Die Anreize sind zu klein, die Länder nicht einig - die Suche nach einer einheitliche Lösung hält also an.

Quelle: Staatsanzeiger Baden-Württemberg vom 29.11.2019