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Harsche Kritik an der aktuellen Glücksspielregulierung
22.05.2018

Auf dem 3. Bundeskongress zum Glücksspielwesen diskutierten Experten die aktuelle Situation auf dem Glücksspielmarkt und evaluierten bisherige Ergebnisse. Dabei stellten sich eklatante Missstände heraus, Martin Gerster von der SPD sprach gar von einem “Gemurkse, ein herrenloses Durcheinander.”

 

Prof. Dr. Justus Haucap, seines Zeichens Direktor des Düsseldorfers Institut for Competition Economics, bewertet die Glücksspielregulierung im rechtlichen Schwebezustand. Das Kanalisierungsziel, die Spieler von illegalen Plattformen auf legale und lizenzierte Anbieter zu lenken, wurde nicht erreicht. Bei Online-Poker und Online-Casino liegt die Rate bei unter 2%. Das Angebot müsse attraktiver werden. Verbote seien nicht effektiv, wie er an dem Beispiel Online-Poker erklärt. In anderen EU-Ländern sei Online-Poker zulässig. Spieler werden also immer einen Weg finden zu online zu spielen.

 

Prof. Dr. Patrick Sensburg der CDU verweist auf den Schutzauftrag des Staates und moniert, dass auf unregulierten Teilen des Markts der Verbraucherschutz nicht durchgesetzt werden kann.

 

Der Markt sollte geöffnet werden, schlägt Dr. Jan Kleibrink, Senior Economist beim Handelsblatt Research Institute, vor. Würde sich die derzeitige Situation etablieren, wäre eine Regulierung nicht mehr möglich.

 

Uneinigkeit herrschte nur darüber, ob eine zukünftige Regulierung Bundes- oder Ländersache sei. Wie auch immer sich die Glücksspielregulierung entwickeln würde, da sind sich die Experten fraktionsübergreifend einig, der bisherige Ansatz ist nicht zielführend.