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Baldige Einigung auf neue Glücksspielregeln?
05.02.2019

Ende Dezember 2018 unterbreitete der Chef der Kieler Staatskanzlei Dirk Schrödter in einem Brief seinen Kollegen in den anderen Bundesländern einen viel diskutierten Vorschlag: Er wünsche eine Ausnahme für die bisher in Schleswig-Holstein erlaubten Online-Casinoanbieter, bis eine Einigung auf ein neues Glücksspielgesetz unter den Ländern erzielt wurde. Denn in dieser Woche läuft die Lizenz für das letzte schleswig-holsteinische Internet-Casino ab.

Doch die Idee, die bislang verbotenen Online-Spiel zu erlauben, wird immer beliebter. Denn der Staat kann offensichtlich die Verbote nicht durchsetzen, so dass er ebenso gut Erlaubnisse erteilen kann. So wird es immer wahrscheinlicher, dass Online-Casinos bald auch offiziell zum Glücksspielwesen dazugehören.

Hier kristallisiert sich ein Prozess in zwei Stufen heraus. Nach Ablauf der Duldung von Sportwettenanbietern in diesem Sommer gehen Beteiligte davon aus, dass alle Sportwettenanbieter bis zum Ende des Glücksspielstaatsvertrags in 2021 übergangsweise geduldet werden. Das eigentlich wieder geltende Sportwettenmonopol ist nicht mehr durchsetzbar, da der Markt mittlerweile zu 97 Prozent unter privaten Anbietern aufgeteilt ist. Und diese Anbieter sponsern zahlreiche Fußballklubs.

Erste Entwürfe für ein neues Gesetz, das ab Juli 2021 gelten soll, schlagen vor, dass Sportwetten übergangsweise geduldet werden, eine gemeinsame Aufsichtsbehörde geschaffen wird und Schleswig-Holstein eine Ausnahme erteilt bekommt.

Am 21. März soll auf der Ministerpräsidentenkonferenz das weitere Vorgehen beschlossen werden. Eins ist jedenfalls klar, die jetzigen Regelungen zu einem milliardenschweren Schwarzmarkt dürfen so nicht bleiben.

Quelle: https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/gluecksspiel-im-maerz-wird-es-konkret-1.4315969 (04.02.2019)